Aerodynamische Faktoren

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Die ideale Stromlinienform
Wir wissen, dass der Luftwiderstand eines Körpers in proportionaler Beziehung zu seiner Stirnfläche steht. Daraus folgt, dass ein aerodynamisch effizientes Modell einige Merkmale aufweisen muss. Neben der kleinen Stirnfläche sind aber weitere Faktoren zu beachten, um eine gute Aerodynamik zu erzielen. Im Windkanal wird deutlich, dass ein langer, tropfenförmiger Körper den geringsten Luftwiderstand aufweist, weil ihn die Luft nahezu störungsfrei umströmt.

Gerne würde man ein Modell mit extrem geringem Luftwiderstand bauen, doch das Ergebnis würde sich kaum in der Praxis bewähren. Folglich müsste der Pilot in der Praxis alle Einschränkungen in Kauf nehmen, die sich aus dieser langen, flachen und schmalen Röhre bzw. extrem dünnen Tragflächen ergeben. Dies wurde zwar von mir bei dem Modell Fusion umgesetzt - jedoch handelt es sich hierbei um ein reines Zwecksegler Projekt. Bei manntragenden Modellnachbauten sind die Rumpfform und -abmessungen nun mal vorgegeben ...

Praktische Überlegungen zum Modell-Design
Bei der Entwicklung neuer Modelle müssen viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise die Manövrierbarkeit, die Gewichtsverteilung, die Thermikleistung, Fluggeschwindigkeiten und das Handling. All diese Faktoren – und viele andere mehr – bestimmen letztlich die Leistung eines Flugmodells.

Leistung gegen Luftwiderstand – ein ewiges Duell!

Gerade bei der MDM-1 Fox liegt hier ein gewisser Reiz. Der mächtige Rumpf eines Doppelsitzers bring hier zu Anfang alle Nachteile in die Konstruktion mit ein. Dennoch konnte eine tolles Modell entstehen, welches so manchen - auf den ersten Blick - vorhanden Nachteil im Nachgang als Vorteil nutzen konnte.

Der MDM-1 Fox wird sich natürlich nie in punkto Endgeschwindigkeit mit einem Swift oder Stingray messen können. Doch die Unterschiede sind bei weitem nicht so Groß wie von manchem gedacht. Dafür hat die Fox beim turnen auf engen Raum klar die Nase vorn. Der hohe Rumpf wirkt -im Gegensatz zu einem Zwecksegler- aerodynamisch enorm und unterstützt damit die Wirkung des Seitenruders. So ist mit nur geringen Ruderausschlägen problemlos möglich, den Fox antriebslos über große Strecken in einem sauberen horizontalen Messerflug zu halten. Oder endlose, ausgesteuerte Rollen, Rollenkreise und so weiter... Begünstigt durch den relativ kurzen Leitwerkshebel sind die drehpunkt-fernen Massen automatisch gering - beste Voraussetzung für die typische knackige Ruderansprache. Und kein, wirklich kein anderes Muster ist in der Lage, Snaps und Tumbles so zu durchfliegen wie ein optimierter Fox- um dann sofort wieder in den Normalzustand zurück zu finden... wir müssen halt wie gesagt nur zusehen, alles an Durchzug reinzupacken und die Widerstände soweit zu reduzieren wie das auf aerodynamischer Seite eben möglich ist.

Profilierung

Das Schlüsselwort heißt "Breitbandigkeit".

Bei der Profilierung galt es einen Spagat zwischen Thermikleistung und Dynamik zu finden. Was hilft einem das schnellste Modell, wenn es nur an wenigen Tagen im Jahr oder nur bei extrem guten Bedingungen geflogen werden kann.

Die Profildicke muss sich nach den gewünschten Festigkeitswerten des Tragwerkes richten und dazu besonders auch noch höchste Ansprüche an die Steifigkeit erfüllen. Entsprechende Geschwindigkeiten und Flugmanöver wie sie derzeit mit der Fox geflogen werden - erfordern eine entsprechende Dimensionierung und Ausführungsgüte des Holmverbinders, der Holmgurte und -stege, der Schale sowie entsprechend kompromisslose Servo- und Ruderanlenkungen.

Letztendlich wurde für die 1. (Prototypen)Tragfläche ein Profilstrak mit durchgehend 9 Prozent Profildicke realisiert. Beim Höhenleitwerk verrichtet ein 8 prozentiger Profilstrak seinen Dienst, welcher im Außenbereich hinsichtlich RE-Zahl und Wiederstand optimiert wurde. Im Seitenleitwerk kam ein 10 prozentiges Profil zum Einsatz, hier fordert der relativ kurze Rumpf sein ausgleichendes Moment.

Sowohl die Flugleistungen als auch das unkritische Handling bei schwierigen Bedingungen machten die Auslegung schnell zu einem Favoriten (siehe Praxisbericht).

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